>> WebT42 IP Teemaschine

Kaffe oder Tee? Es gibt ja das Klischee vom Computernerd, dessen filterlose Fluppe nie ausgeht und kannenweise Kaffee in sich hineinschüttet. Nunja, bei mir verhält es sich etwas anders. Ich rauche gottseidank nicht und was bei anderen Leuten der Kaffee, ist bei mir ein wohlgebrühter schwarzer Tee. Doch leider unterscheiden sich diese beiden Getränke nicht nur im Geschmack sondern auch in der Art der Herstellung. Während die Zubereitung des Kaffees üblicherweise durch eine Maschine übernommen wird, so ist das beim Tee eher unüblich. Die Teezubereitung ist eine Art Zeremonie für die man sich etwas Zeit nehmen muss. Leute die Tee trinken spricht man Ruhe und Gelassenheit zu, vielleicht auch Langeweile.
Wenn man so am Computer sitzt und programmiert oder an irgendwelchen Sachen rumbastelt kann man schon mal die Zeit vergessen. Genau das passiert mir regelmässig, gerade dann wenn ich mir einen Tee aufgegossen habe. Entweder vergesse ich gleich den Küchenwecker zu stellen, oder aber man ist so vertieft in Basteleien, dass man den Wecker zwar hört, ihn danach aber gleich wieder vergisst. Am Ende hat das dann immer einen lauwarmen 10 min. Schwarztee zufolge, der einem die Schuhe auszieht.

Krups Teatime - Eine Legende

Bei Bekannten hatte ich vor Jahren einmal eine automatische Teemaschine gesehen, eine Krups Teatime. Die Teatime ist sozusagen die Legende unter den Teeautomaten, Wasser rein, Tee ins Sieb, Brühzeit einstellen und einschalten. Das wars.  Anders als andere Geräte wird hier der Tee genau so zubereitet, wie man es auch von Hand aus machen würde. Also Wasserkochen, Tee brühen und danach Warmhalten. Bei billigeren Teezubereitern  wird das kochende Wasser durch ein Teesieb geleitet, ähnlich wie bei einem Espresso-Kocher. Der Tee kann also nicht richtig ziehen, eine Brühzeit kann man auch nicht einstellen. Nicht so die Krups. In ihr wird das Wasser in eine Art Miniboiler erst zum kochen gebracht, dann fließt es in den Ziehbehälter und verbleibt dort die eingestellte Zeit (2-12 min.). Ist die Zeit verstrichen, öffnet sich ein Ventil und der fertige Tee fließt weiter nach unten in die Warmhaltekanne. Tolles Gerät, doch leider wird die Krups Teatime schon lange nicht mehr hergestellt. Auf Ebay erziehlen selbst abgehalfterte Geräte horende Preise von über 100 Euro. Ein echtes Sammlerstück eben.

Cloer T42 - Die Legende lebt

 

Andere Hersteller haben versucht die "Teatimelücke" zu schließen. Dazu gehört auch die Firma Cloer. Sie hat aktuell eine Teemaschine im Programm, die der Krups Teatime in Art der Funktionsweise nichts nachsteht und dazu noch im schicken, gebürsteten Edelstahl-Look daherkommt. Also hab ich auf Ebay eine Cloer T42 für knapp 70 Euro Neupreis erstanden. Der englisch auszusprechende Name "Tea For Two" ist gleichzeitig auch der Nachteil der Maschine, denn ihr Fassungsvermögen ist so knapp bemessen, daß man gerade mal 4 Tassen Tee damit kochen kann.

Der Umbau

Nachdem ich die Cloer gerade 3 mal ausprobiert hatte, juckte es mir schon in den Fingern. Denn der Gedanke lag nah, meinen Atmel Webserver in die Maschine einzubauen, um schon von unterwegs aus die Maschine starten zu können. Zuhause angekommen würde dann ein fertiggebrühter Tee auf mich warten...


umgebaute Cloer T42 im Testbetrieb

Also erst mal Deckel runter. Die im "Rückenmark" befindliche Originalplatine der Firma Cloer wurde einfach durch meinen selbstgebauten "Kabelverhau-Mini-Webserver" ersetzt. Dieser übernimmt jetzt alle Aufgaben: Kochen, Brühen, Warmhalten und Internetseiten servieren.


der "Kabelverhau-Mini-Webserver"

Ausserdem wurde der T42 noch ein Display verpasst. Der Schwanenhals sieht dabei nicht nur schick aus, sondern ermöglicht auch einen guten Blick auf das Display ohne das man sich verrenken muss.

 WebT42 - the finest brew

Im Internet sieht das ganze dann so aus (nein ich sag jetzt hier nicht wie die adresse ist ;-) Hier kann man die Maschine Ein/Ausschalten, die Brüh- und Warmhaltezeiten einstellen, den Timer programmieren, Nachrichten auf das Display schicken und sehen wie oft schon Tee gekocht wurde...

Über WAP geht das ganze selbstverständlich auch mit dem Handy:

Tee ist fertig!


(c) 2007 by Ulrich Esser